Grundsteuer berechnen


Zur Berechnung der Grundsteuer werden drei Kennzahlen herangezogen, der Einheitswert, die Grundsteuermesszahl und der Hebesatz. Das Produkt dieser Kennzahlen ergibt die Grundsteuer, welche vom Grundbesitzer beglichen werden muss.

Die Berechnung der Grundsteuer erfolgt auf Grundlage der Grundsteuermesszahl, des Einheitswertes und des Hebesatzes. Dabei ist zu beachten dass zwischen Grundsteuer auf landwirTschaftlich genutzte Flächen (Grundsteuer A) und Grundsteuer auf bebaubare oder bebaute Grundstücke (Grundsteuer B) unterschieden wird.

Einheitswert

Das Finanzamt ist dafür zuständig, den Einheitswert eines jeden Grundstückes zu bestimmen. Bei der Berechnung werden zahlreiche Faktoren wie Bauart und Baujahr, Anzahl der Quadratmeter der Wohn-und Nutzfläche, Finanzierung (privat oder öffentliche Förderungsmittel) und die Ausstattung herangezogen.
Bei land- und forstwirtschaftlichem Eigentum setzt sich der Einheitswert aus dem Wert für den Wohnanteil und dem Wert für den Wirtschaftsanteil zusammen. Je nach Nutzung der Grundstücksfläche können jedoch komplizierte Einzelregelungen notwendig sein.
Bei Grundvermögen ist die Höhe des Einheitswertes davon abhängig, ob es sich um ein bebautes oder unbebautes Grundstück handelt. Bei bebauten Grundstücken spielt auch die Grundstücksart eine Rolle. Basierend auf dem Einheitswert wird vom Finanzamt anschließend der Grundsteuermessbetrag ermittelt, welcher im Grundsteuermessbescheid festgehalten wird.

Grundsteuermesszahl

Die sogenannte Grundsteuermesszahl dient zur Berechnung des Grundsteuermessbetrages und wird als Anteil vom Einheitswert angegeben. Nach § 14 und § 15 GrStG liegt sie in den alten Bundesländern bei Einfamilienhäusern für die ersten 38.346,89 Euro bei 2,6 Promille des Einheitswertes, für den Rest des Einheitswertes bei 3,5 Promille. Für Zweifamilienhäuser beläuft sich die Grundsteuermesszahl auf 3,1 Promille und für alle restlichen Grundstücke auf 3,5 Promille. Für Betriebe der Forst- und Landwirtschaft beträgt sie 6,0 Promille.
Für die neuen Bundesländer hingegen gelten höhere Steuermesszahlen, welche von 5 Promille (für Einfamilienhäuser der Neubauten für die ersten angefangenen oder vollen 15.338,76 Euro des Einheitswertes in Gemeinden mit mehr als 1 Mio. Einwohnern) bis hin zu 10 Promille für Altbauten in allen Gemeinden reichen. Zur Bestimmung der Einwohneranzahl einer Gemeinde werden bis heute die Ergebnisse der allgemeinen Volkszählung vom 16. Juni 1933 herangezogen.

Hebesatz

Der Hebesatz wird von allen Gemeinden unabhängig voneinander festgelegt und weist dementsprechend je nach Gemeinderatsbeschluss unterschiedliche prozentuale Werte auf. Die Kosten dieser jährlichen Berechnungen werden von Grundstückseigentümern getragen. Diese Werte fallen in der Regel in Gro ßtädten höher aus als in ländlichen Gebieten und können 250-810 Prozent des Einheitswertes betragen. Ist der Prozentsatz sehr hoch, kann häufig beobachtet werden, dass Einwohner Gemeinden verlassen und sich in Gebieten mit niedrigerem Hebesatz niederlassen. Dies zeigt, dass die Höhe des Hebesatzes deutlichen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung hat. .

Basierend auf den drei vorgestellten Kennzahlen kann der Grundsteuerbetrag mit Hilfe der folgenden Formel berechnet werden: Grundsteuer = Einheitswert x Grundsteuermesszahl x Hebesatz der Gemeinde

Wichtig für Grundstückeigentümer ist, über den Artikel 9 Abs. 1 GrStG informiert zu sein. Dieser besagt, dass das Finanzamt bei Verkauf eines Grundstücks den Einheitswertbescheid erst mit Wirkung zum folgenden 1. Januar ändert, was für den Verkäufer bedeutet, dass die Grundsteuer für das laufende Jahr weiterhin von ihm verlangt wird und erst im folgenden Jahr vom neuen Eigentümer.