Baugeldzinsen 2012


Die Politiker jagen sich kreuz und quer durch Europa von einer Krisensitzung zur nächsten, um in der Griechenlandkrise endlich das rettende Ufer zu erreichen. Dabei ist nach jedem dieser Gipfel im günstigsten Fall dieses Ufer nicht weiter entfernt als vorher. Gerade in den letzten Wochen hat sich die Situation trotz immer größer werdender Rettungsschirme mehr und mehr zugespitzt.

Gleichzeitig ist es um die Europäische Zentralbank ruhig wie immer, nichts ist von Herrn Draghi zu hören, man hat still und leise, wie es die Gepflogenheit des Institutes ist, für drei Jahre 500 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 1% an die europäischen Banken verliehen und damit den ihr möglichen Anteil an der Beilegung der Krise geleistet.

Kühle Analyse geht vor schnellen Schüssen

Als Kunde für eine Baufinanzierung kann man mit einem Kombi-Darlehen von den niedrigen Baugeldzinsen profitieren. Dabei besteht sicher die Möglichkeit, eine Festzins-Tranche mit einer EURIBOR-Tranche bei einer Laufzeit von zehn bis fünfzehn Jahren zu kombinieren. Auf diese Weise verringern sich die Belastungen zunächst einmal deutlich und eventuell weitere Leitzinsanpassungen führen bei dem variablen Teil des Kombi-Darlehens sofort zu günstigeren Konditionen.

Darüber hinaus besteht dennoch die Möglichkeit, den variablen Teil des Kombi-Darlehens in ein Festzinsdarlehen umzuwandeln, sodass man jederzeit auf Zinssicherheit umschalten kann. Außerdem kann die variable Tranche zum Zinsanpassungstermin jeweils ganz oder teilweise getilgt werden. Hieraus ergibt sich eine enorme Flexibilität. Große Nachfrage besteht derzeit auch nach den Volltilger-Darlehen, die einen festgeschriebenen Zinssatz bis zur endgültigen Rückzahlung vorsehen. Bei diesem Modell ergeben sich durch die höhere Tilgung Konditionsvorteile.

Die Kehrtwende am Zinsmarkt ist absehbar

Bei allen Überlegungen sollte man inzwischen immer deutlicher den enormen Finanzierungsbedarf berücksichtigen, der sich bei den öffentlichen Haushalten wegen der Stützung der Finanzsysteme aufbaut. Die Staatsschulden wachsen immer weiter und müssen in den kommenden Monaten über den Anleihemarkt finanziert werden.

Zurzeit kann man nicht abschätzen, wie sich der Finanzbedarf als Druck auf die Finanzmärkte auswirken wird und wie sich die Zinsen in einigen Jahren entwickeln werden. Man sollte daher bei der Zinsbindungswahl eine konservative Beurteilung von höheren Zinsen vornehmen. Es ist eher kontraproduktiv, weiterhin auf niedrige Zinsen zu spekulieren. Man sollte daher bei einem anstehenden Immobilienkauf oder als Anschlussfinanzierer in den nächsten Wochen zuschnappen. Noch sind die Prämien für lange Laufzeiten gering.

Immobilienkäufer mit einer soliden Bonität bietet sich derzeit eine komfortable Situation bei 100% Finanzierungen und somit die Möglichkeit, sich den Traum vom Eigenheim ohne eigenes Kapital zu erfüllen.